Page 21 - AKTUELLE AUSGABE KEMPENKOMPAKT
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KEMPEN AKTUELL






       Garten. Maniok, Mais und Bohnen werden
       in der Region hauptsächlich angepflanzt.

               Erfolge der Arbeit
                werden deutlich

       Die Schüler  werden in der Schule  versorgt.
       Zum Frühstück gibt es Brot oder Fladen, die
                                                                           Zu Besuch in Kempen: Maria Platen (3. v. l.) traf auch die
       aus Maismehl oder auch der Stärke der Ma-                       Helferinnen, die die Sternsinger-Aktion 2019 organisiert haben.
       niokwurzel zubereitet werden. Zum Mittages-
       sen gibt es täglich Bohnen und Reis, auch mit
       einem Stückchen Fleisch oder einem Spiegel-  „Wir wollen unabhängig sein. Daher sind wir   seit langem mal wieder Schnee gesehen. Auf
       ei. Nachmittags einen kleinen Kaffee oder   weiter auf Spenden angewiesen“, sagt Maria   Hausmannskost  wie  Grünkohl oder  Sauer-
       auch Saft der Acerolakirsche oder Mango.   Platen.  Ein Großteil  der  laufenden  Kosten   kraut freut sie sich bei ihrem Besuchen in der
                                           wird über  Spenden,  in erster  Linie  aus   Heimat. Dann trifft sie auch das Orga-Team
       Maria Platen, die das Bildungszentrum koor-  Deutschland, bestritten.    der Sternsinger von St. Marien, um von der
       diniert, kann sich immer wieder über sicht-                              Lage vor Ort und den Erfolgen zu berichten,
       bare Erfolge ihrer Arbeit freuen: wenn Schü-  Maria Platen fühlt sich wohl in ihrer neuen   die dank des Einsatzes von kleinen und gro-
       ler Stipendien bekommen, studieren können   Heimat, in der sie seit nun mehr als 40 Jah-  ßen Sternsingern möglich werden.
       und eine Anstellung finden.         ren  lebt.  Aber  sie freut  sich auch immer,
                                           wenn sie in Deutschland zu Besuch ist. Nor-  Text: Ulrike Gerards
       Ein wichtiges  Projekt  ist auch der  Bau von   malerweise  komme sie im Sommer. Schon   Fotos: Centro de Formação Mandacaru de Pedro
                                                                                II/Sabine Goertsches/Ulrike Gerards
       Zisternen.  Mehr  als  13.000  davon konnten   wegen  der  Kleidung. Dicke Wintersachen
       bereits  errichtet  werden.  Sie  versorgen  die   braucht sie ja in Brasilien nicht. Nun war sie   Infos und Spendenmöglichkeiten unter
       Menschen besonders in der Trockenzeit mit   aber einmal im Winter zu Gast und hat dann   www.st-mariae-geburt-kempen.de/gemein-
       Trinkwasser.                                                             deleben/eine-welt-projekte.html

       Einige Geschäfte und Familien vor Ort un-
       terstützen die Schule mit allem, was sie ent-
       behren können. Aber oft reichen die Ernten
       gerade für sie selbst. Daher ist die Spenden-
       bereitschaft aus Deutschland auch so wichtig
       für Maria Platen und ihr Team.

       Die meisten Löhne für Lehrer muss
          die Schule selbst aufbringen

       Sieben  Lehrkräfte  und neun Kindergärtne-
       rinnen – es gibt auch einen Kindergarten, in
       dem Jungen und Mädchen aus sozial schwa-
       chen Familien betreut  – gehören zum  Bil-
       dungszentrum. Die meisten Löhne muss die
       Schule  selbst  bezahlen.  Einige  Lehrer  stellt
       der Staat. Auf diese sei aber oft kein Verlass.
       Ebenso wie auf die Zusagen von Zuschüssen.
       Der jüngste Regierungswechsel verheißt zu-
       dem nichts Gutes. Am 1. Januar hat rechts-
       gerichtete Jair Bolsonaro das Präsidentenamt
       übernommen. Er  hat  bereits  deutlich ge-
       macht, dass das Land unter seiner Führung
       konservativer, nationalistischer und militaris-
       tischer werden soll. Erste Dekrete  seiner
       Amtszeit haben schon Einschnitte bei Min-
       destlohn, Ernährung und Bildung bedeutet.
       Brasilien ist ein reiches Land mit vielen Bo-
       denschätze. Aber  dieser  Reichtum kommt
       längst nicht bei allen Menschen an.

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