Page 27 - AKTUELLE AUSGABE KEMPENKOMPAKT
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MENSCHEN IN KEMPEN
KEMPENER
ORGEL
KONZERTE
Walter Damm an
der Albiez-Orgel der
Propsteikirche.
„WENN EINEN DER ORGELWURM
EINMAL GEPACKT HAT …“
Am 22. September 1979, vor ziemlich genau 40 Jahren also, erklang in der Propsteikirche zum ersten Mal die neue Albiez-Orgel.
Dieses Konzert steht am Anfang der „Kempener Orgelkonzerte“, einer Konzertreihe, die sich schnell internationales Renommee
erarbeitete, weltweit berühmte Organisten verpflichten konnte und die bis heute immer wieder Besucher selbst aus den
Großstädten an Rhein und Ruhr nach Kempen zieht. Begründet zu einer Zeit, da in Kempen kaum Konzerte stattfanden, verdankt
sich diese Initiative vor allem einem Mann: dem Kempener Gymnasiallehrer Walter Damm. Am 17. Mai nun verabschiedet der
Förderkreis Kempener Orgelkonzerte seinen langjährigen Leiter mit einem spektakulären Konzert. Grund genug, die enormen
Verdienste Walter Damms in Erinnerung zu rufen.
er große Knall“, so erinnert sich weltweit berühmten Organisten anzufragen das Publikum strömte von weither zu den
Walter Damm noch sehr genau, und dann auch noch den Kontakt zum Konzerten. Walter Damm organisierte zu-
D„das war das Konzert von Gaston Rundfunk herstellte, das war schon beson- dem Workshops mit namhaften Professoren,
Litaize am 14. November 1979.“ Nur vier ders zu einer Zeit, als Kempen doch kulturell und sogar Examina umliegender Hochschu-
Tage nach dem Martinszug war der berühm- noch eine sehr provinzielle Stadt war“, be- len wurden hier abgenommen. „Ich habe da-
te Organist aus Paris nach Kempen gekom- tont auch Ute Gremmel- Geuchen, Organis- mals ab 1983 in Köln studiert, und wir sind
men, und am Schluss seines Konzerts in der tin an der König-Orgel der Paterskirche. als Studenten wirklich hierhin gepilgert“, er-
Propsteikirche improvisierte der Franzose Denn auch wenn damals der nun schon vier innert sich Ute Gremmel-Geuchen. „Denn
auf der damals neuen Albiezorgel über das Jahrzehnte anhaltende Erfolg der Konzert- weit und breit gab es nirgendwo solch eine
Kempsche Martinslied. „Die Kirche war bre- reihe gewiss nicht absehbar war, so öffnete Konzertreihe.“ Berühmte Organisten, darun-
chend voll, und die Leute waren aus dem der Name Litaize doch Türen: Nach ihm ka- ter solche Größen wie die schon verstorbene
Häuschen.“ Der WDR hatte das Konzert men Spitzen-Organisten aus der ganzen Marie Claire Alain, gaben in Kempen Orgel-
aufgenommen, es wurde sogar eine Platte ge- Welt nach Kempen, aus New York und Bar- kurse, die Studenten aus ganz Deutschland
presst, und der Erfolg ermutigte den Förder- celona, aus Moskau und Budapest. und selbst dem Ausland anlockten. Walter
kreis, die Konzertreihe fortzusetzen. „Das Damm organisierte, dass die Gäste in der
war die Initialzündung, da stand fest, dass Selbst aus dem Ausland Deula unterkamen, und im Garten des Hau-
das weiterläuft“, wusste danach Walter pilgerten Studenten nach Kempen
Damm. Denn das Gastspiel Litaizes in Kem-
pen war eine Sensation. „Dass Walter Damm Innerhalb weniger Jahre wurde Kempen zu Fortsetzung
den Mut hatte, einfach mal in Paris bei dem einem Zentrum der Orgelkunst. Nicht nur siehe nächste Seite
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