Page 14 - AKTUELLE AUSGABE KEMPENKOMPAKT
P. 14
KK SERIE
GRÜNE
ORTSSCHILDER
Die kleinen grünen Ortsschilder stehen für
Gehöfte oder Honschaften, die zu einer grö-
ßeren Gemeinde oder Stadt gehören. Schnell
hat man sie durchfahren, doch man sollte
auch einmal einen Stopp einlegen, denn sie
sind reizvoll und oft ziemlich unbekannt.
Diese Serie will dazu einladen, die Schön-
heiten unserer kleinsten Ortsteile um Kem-
pen und Umgebung kennenzulernen.
14
ährt man über die Landstraße von Kempen nach Mülhausen, Neben den genannten Höfen ist ein anderer Gutshof fast einer
der Mülhauser und Klixdorfer Straße (K 11), dann fällt dem wehrhaften Burg gleich, das Steinfunder Haus ganz im Westen von
F FAuto- oder Fahrradfahrer in Fahrtrichtung Kempen etwa auf Kempen gelegen. Es grenzt mit seiner schönen Parkanlage direkt
halber Höhe ein kleines grünes Ortsschild mit gelbem Rand und an die Schleck, die die Grenze zu Grefrath bildet. Haus Steinfunder
in gelber Schrift der Name „Klixdorf“ auf. Klix- wird schon im 14. Jahrhundert erwähnt. Seine
dorf ist nur eine kleine Ansiedlung von wenigen heutigen Gebäude, das Herrenhaus auf der west-
Häusern, aber mit großer Geschichte. Denn schon lichen Seite, stammt wahrscheinlich aus der Zeit
im 14. Jahrhundert sind die beiden ältesten Höfe um 1600, die nordöstlich davon gelegene Vorburg
der Honschaft westlich von Kempen urkundlich kann auf die 1690er Jahre datiert werden. Das
benannt. Die Herren von Schmalbroich bewohn- Innere dieses Erweiterungsbaues wird auf beiden
ten die Gutshöfe Schmalbroich und Morschhof. Etagen jeweils von einem einzigen großen Saal
Im Kurkölnischen Land standen sie unter dem eingenommen. Haus Steinfunder, dessen Namen
Schutz des Erzbischofs von Köln und sie wieder- von einer steinernen Brücke abgeleitet ist, ist heu-
um waren seine wehrhaften Gefolgsmänner. te in Privatbesitz und kann nicht besichtigt wer-
den.
1675 gehörte Schmalbroichhof dem Schöffen
Schmabers, bis die Familie Bönninger im 19. Jahr- Zurück zur Dorfmitte zur K 11: Folgt man dem
hundert den Hof kaufte. Ludwig Bönninger war Aldenhovener Weg Richtung Norden, so stößt
einer der Initiatoren zur Gründung des „Rheini- man schon bald bei einer Wegegabelung auf ein
schen Bauernvereins“, einer Interessenvertretung der Bauern. Die weiteres Baudenkmal, ein nicht zu übersehendes Heiligenhäus-
Herren von Schmalbroich brachten auch ihr Wappen mit ein, ein chen. Es stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert und macht auf sei-
stengelloses schwarzes Seerosenblatt auf silbernem Grund. 1955 ne besondere Bauform aufmerksam, denn aus einem achteckigen
wird es offiziell das Wappen der Gemeinde Schmalbroich. Sockel wird es in ein Viereck überführt. In der mit einem Eisen-

