Page 25 - AKTUELLE AUSGABE KEMPENKOMPAKT
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KK KULTUR


       35 JAHRE. ZWEI GITARREN.



       KEIN ENDE IN SICHT






              anche Partnerschaften haben einfach den richtigen Klang
              – von Anfang an. Bernd Steinmann und Stefan Loos spie-
      Mlen seit 35 Jahren gemeinsam, und man merkt dieser Mu-
       sik an, dass hier zwei Menschen nicht nur ihr Handwerk perfekt
       beherrschen, sondern sich dabei auch noch prächtig verstehen.
       Das Essener Gitarrenduo hat in dieser Zeit einiges erlebt: Kon-
       zerte in der Philharmonie genauso wie in kleinen Kulturvereinen,
       Auftritte in Holland, Belgien, Frankreich, Spanien, England, der
       Schweiz und Russland, dazu CD-Produktionen, Notenhefte, Buch-
       veröffentlichungen. Bernd Steinmanns Lehrbuch „Die Flamenco-
       gitarre“ wurde mit dem Deutschen Musik Editions Preis ausge-
       zeichnet – ein Fingerzeig darauf, wo eine besondere Leidenschaft
       der beiden liegt. Denn so breit ihr Repertoire auch ist – von der
       Renaissance über den Barock und die Klassik bis hin zu eigenen
       Kompositionen –, die spanische Musik und der Flamenco sind ihr
       Herzstück. Wenn die Gitarren dort in Fahrt kommen, ist die Bühne
       plötzlich sehr weit weg von Essen und sehr nah an Andalusien.
       Virtuos, unterhaltsam und mit einer gehörigen Portion Humor mo-  Sonntag, 15.03.2026, 18 Uhr
       deriert: ein Konzertabend, der die ganze Bandbreite der Gitarre   Thomaskirche
       feiert – und zeigt, was 35 gemeinsame Jahre aus zwei Musikern   Kerkener Str. 13 47906 Kempen
       machen können.                                                                                                 25
       BUENOS AIRES,



       IRGENDWO IN DEN 1940ERN





             ie großen Tangoorchester spielten in den Sälen von Buenos
             Aires, das Parkett füllte sich, und die Musik hatte noch die-
      Dse Unmittelbarkeit, diese Wucht – bevor sie zur Weltkunst
       wurde und sich dabei ein wenig von ihren Wurzeln entfernte. Ge-
       nau in diese Zeit taucht das Cuarteto SolTango ein. Während auf
       klassischen Kammermusikbühnen argentinischer Tango heute fast
       gleichbedeutend mit Astor Piazzolla ist, widmet sich das vierköp-
       fige Ensemble bewusst der sogenannten „Goldenen Ära“ – jener
       Dekade der 30er und 40er Jahre, in der die Tangokultur ihren Hö-
       hepunkt erlebte. Das bedeutet: Aníbal Troilo mit seinem lyrisch-ro-
       mantischen Schmelz, Juan d‘Arienzo mit seinem treibenden, unwi-
       derstehlichen Rhythmus, Osvaldo Pugliese mit seiner ganz eigenen,
       dunklen Intensität. Jeder dieser Stile trägt eine unverwechselbare
       Handschrift – und alle haben ihres auf der Bühne.
       Andreas Rokseth am Bandoneon, Martin Klett am Klavier, Tho-                                               © Andrej Grilc
       mas Reif an der Violine und Karel Bredenhorst am Violoncello des-
       tillieren den Klang der einstigen „Orquestas Típicas“ auf ein kam-
       mermusikalisches Quartett – ohne dass dabei auch nur ein Grad   Freitag, 13.03.2026, 21.30 Uhr
       Temperatur verloren geht. Die Musik wird in „Tandas“ präsentiert,   Kulturforum Franziskanerkloster Paterskirche
       je drei Stücke desselben Stils zusammengefasst, ganz so wie es auf   Burgstr. 19, 47906 Kempen
       traditionellen Tangonächten in Buenos Aires üblich war und ist.
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